
Thema Lenkdrachen |
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Der Lenkdrachensport (kiting, engl. kite = Drache) ist in Österreich relativ unbekannt und wird hauptsächlich in und um Wien ausgeübt. Der Grund dafür liegt weniger in den günstigen Windverhältnissen als vielmehr in der Tatsache, dass das einzige Drachenfachgeschäft Österreichs in Wien angesiedelt ist, nämlich im Generalicenter in der Mariahilferstraße. Falls Sie ein Neuling im Lenkdrachenmetier sind, lesen Sie hier allerlei Wissenswertes
zu folgenden Fragen: |
Einsteigerfragen |
Was ist ein Lenkdrache? |
Ein Lenkdrache hat im Gegensatz zum Einleiner zwei Leinen. Die Form kann wie die eines konventionellen Drachen sein, oder aber ähnlich einem Dreieck. Dreieckige Drachen haben bessere Flugeigenschaften. Lenkdrachen fliegen immer der Spitze nach. Durch Zug an einer Leine macht der Drache eine Kurve in die entsprechende Richtung. Sobald die beiden Leinen wieder auf gleich gebracht werden, fliegt der Drache in die eingeschlagene Richtung weiter. Durch sehr schnelle Lenkbewegungen können sogar Ecken geflogen werden. Mit Hilfe dieser Steuerung sind Lenkdrachen sehr präzise lenkbar und können Figuren in den Himmel malen". Aufgrund dieser Tatsache gilt das Lenkdrachenfliegen als elegant- ästhetische Sportart. | ||||||
Wer kann Lenkdrachenfliegen? |
Prinzipiell jeder, egal ob Mann, ob Frau, ob jung, ob alt,
kann Lenkdrachenfliegen.
Von der Schwierigkeit her ist dieser Sport in etwa mit dem Fahrradfahren vergleichbar.
Praktisch jeder kann es, und um es zu lernen, braucht man nur kurze Zeit. In der Lernphase
kann durch Abstürze durchaus mal ein Stab brechen, wenn man jedoch eher schwache
Windphasen für das Lernen aussucht, dann passiert nichteinmal das. Auch Kinder können Lenkdrachenfliegen, wenngleich ein großer Drache bei stärkerem Wind das Kind spielend leicht über die Wiese zieht. Die meisten Piloten sind männlich und zwischen 20 und 40 Jahre alt. Wir KiteOholix bringen es zu fünft schon auf deutlich über 200 Jahre! Dass man auch als Frau voll dabei ist, beweist Gertraud Umlauft, die einzige österreichische internationale Lenkdrachenpilotin, die z.B. beim World Sportkite Grand Prix in Kota Kinabalu auf Malaysia den hervorragenden dritten Platz erreichen konnte. |
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Die Technik |
Lenkdrachen bestehen aus einem Kohlefasergestänge und Spinnakernylon
sowie der Waage, das sind die Schnüre, die die Verbindung zwischen Lenkleine und
Gestänge herstellen. Über die Trimmung der Waage können die Flugeigenschaften des
Drachen eingestellt werden. Die Spannweite von Standardlenkdrachen beträgt etwa 2,50m. Die Lenkleinen sollten für präzises Flugverhalten mehr als 30m lang sein. Die KiteOholix Leinen sind fast 50m lang! Die Leinen werden fix abgelängt und Griffe daran befestigt. Es ist als nicht üblich, daß man Spulen verwendet, mit welchen man während des Fluges Leine geben oder einholen kann. Das ist nicht notwendig, und außerdem hat man rein mit der Kontrolle des Drachens schon genug zu tun. Außerdem ist es sehr wichtig, daß die beiden Leinen auf +/- 5 cm abgelängt sind, sodaß der Drache bei paralleler Handstellung auch wirklich geradeaus fliegt. Als Griff verwendet man am besten eine Handschlaufe, da diese einerseits ermüdungsfreies Halten, andererseits präzisen, nicht nachgebenden Kraftschluß ermöglicht. Und darauf kommt es beim präzisen Flug letztlich an. |
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Die Sportszene |
Der Lenkdrachensport war Mitte der 1990er Jahre eine weltweite Sportart mit allen dafür
typischen Veranstaltungen: Regionale Meisterschaften, Nationale Meisterschaften,
Internationale Bewerbe, Europameisterschaft und schließlich einer Weltmeisterschaft. Die führenden Länder im Lenkdrachsport (Sportkiting), was die Größe der Szene betrifft, waren England, Amerika und Frankreich. Das heißt aber noch nicht, dass diese Länder alle internationalen Meister stellten. Binnenländer wie Österreich oder die Schweiz, die windmäßig auf jeden Fall benachteiligt sind, haben weniger Trainingsmöglichkeiten und spielen international dennoch eine große Rolle. Die Kite-O-holix belegten bei der WM 1995 den 6. Platz aus den 13 weltbesten Teams. Im Paarbewerb war Just4fun (Christian & Ernst) sogar fast zwei Saisonen lang ungeschlagen, inklusive dem Gewinn der Europameisterschaft. Die Schweiz stellte mit dem Team Lucky Landing Albatros den Europameister 1994 im Teamflug, und mit Patrick Guggenheim war dieses Land auch über Jahre in der Spitze der Einzelpiloten vertreten. |
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Kategorien |
Wettbewerbe werden in verschiedene Kategorien
ausgetragen:
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Teamgröße |
Im Teamflug wird immer wieder wird die Frage nach der idealen Teamgröße
gestellt. Ohne nun darauf eine Antwort geben zu wollen, ein paar Fakten aus
der Geschichte dieses Sports.
Das amerikanische Team Tsunami war ein 6 Mann Team und wurde 1994 Weltmeister. 1995 wurden sie vom englischen 4er Team Airkraft knapp entthront. Bereits 1995 wurde mit Skydance zum ersten Mal ein 3er Team Europameister. Skydance, die wöchentlich unglaubliche 25 Stunden trainierten, gewannen 1996 schließlich sämtliche Wettbewerbe inklusive WM-Titel. Sah man bei der WM 1995 in Australien noch ein 6er Team, viele 5er Teams, einige 4er Teams und nur ein 3er Team, war die Situation 1996 beim World Sportkite Grand Prix in Malaysia anders: Mit den Bay Area Sundowners aus San Francisco gab es nur ein Team mit mehr als 4 Piloten. Die Sundowners fliegen mit Drachenketten aus je 9 Drachen, sind daher schwer vergleichbar mit konventionellen Teams, weil sie kaum Präzisionsfiguren, geschweige denn Stops und Axels fliegen können. Bei den restlichen Teams handelte es sich um vier 4er Teams und satte sechs 3er Teams! Die einhellige Meinung der von 5 oder 4 auf drei Piloten abgespeckten Teams (Lung Ta, Vertigo) war, dass zu dritt viel mehr Platz im Himmel sei, die Pflichtfiguren wesentlich leichter zu fliegen seien, und aufgrund der höheren Präzision die Programme mehr Punkte bekämen. Ob das in Zukunft so bleiben wird, sei in Frage gestellt. Die Schiedsrichter diskutieren Penaltys für kleinere, und einen Bonus für größere Teams, etwa nach dem Schema 3er Team 85%, 4er Team 100%, 5er Team 115%, und so weiter, was größere Teams wieder interessanter machen würde. Die KiteOholix starteten als 4er Team, reduzierten 1998 auf drei Mann und waren damit sportlich sehr erfolgreich. Doch der Spaß blieb damit eigentlich auf der Strecke, drei Drachen sind einfach zu wenig. Daher haben wir 1999 gleich auf 5 Mann aufgestockt, und so bleiben wir auch. 5 Drachen im Himmel ergeben ein sattes Spektakel für den Zuseher, und genau das ist es, was wir bieten wollen! |
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Windstärke |
Für die Durchführung eines Bewerbes muss der Wind innerhalb des zulässigen Bereiches von 4,8 - 48 km/h (3 - 30 Meilen) liegen. Die Windstärke sollte durch Veränderungen (z.B. Böen) nie außerhalb dieser Grenzen kommen. Zu wenig Wind verhindert das Fliegen genauso wie zu starker Wind, in welchem höchste Anforderungen an das Material und vor allem auch an die Piloten gestellt wird. | ||||||
Präzision |
Ein Wettbewerb besteht aus einem Präzisions- und einem Ballet-Teil. In
der Präzision gibt es jeweils drei vorgeschriebene Pflichtfiguren, die der/die Teilnehmer
möglichst genau fliegen müssen. Für jede Kategorie (Individuals, Pairs, Team) gibt es
eigene Figuren. Neben den Pflichtfiguren ist noch eine Freestyle-Kür zu fliegen (2-5
min.), in der die Fähigkeiten des Piloten oder Teams zur Schau gestellt werden und
möglichst viele Manöver und Schwierigkeitsgrade eingebaut werden sollten. Eine Jury, bestehend aus mindestens drei Schiedsrichtern, bewertet jede Figur und die Kür der Konkurrenten und vergibt Punkte im Bereich 0-100. Die übliche Größenordnung für Spitzenplazierungen bewegte sich im Bereich von 75 - 85 Punkten. |
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Ballet |
Im Ballett gilt es, Musik mit dem Flug des Drachens zu interpretieren
(3-5 min.). Dieser Teil des Wettbewerbs hat durchaus Ähnlichkeiten mit dem Eiskunstlauf
und kommt beim Publikum traditionell am Besten an.
Es kommt hier weniger auf die Anzahl und Schwierigkeit der einzelnen Figuren an, sondern
vielmehr wie der oder die Piloten die Musik interpretiert. Die Musik bringt der Bewerber selbst mit.
Alles ist erlaubt: Klassik, Instrumentale Musik, Pop, Rock, Techno oder selbstgemixte
Musik aus unterschiedlichen Stücken. Team Airkraft aus England, die Weltmeister von 1995,
verwendeten sogar eine Eigenkomposition. Bei der Auswahl des Musikstücks gilt zu beachten, dass die Musik unterschiedliche Charakteristiken aufweist. Tempowechsel, Übergänge, die sich für Tricks oder Landungen anbieten. Aus diesem Grund wurde hauptsächlich zu Filmmusik geflogen, von Startrek über Robin Hood bis zu The Rock. |
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Durchführungs-
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Für die Abhaltung von Bewerben gibt es je nach Anzahl der Kategorien und
Teilnehmer verschiedene Abhaltungsmuster. Die Standarddurchführung sieht die Trennung zwischen Präzision und Ballett vor, die Präzision wiederum gliedert sich in drei Pflichtfiguren und der Präzisionskür. Die Pflichtfiguren machen 50% der Note der Gesamtpräzision aus. Das Verhältnis zwischen Präzision und Ballett beträgt üblicherweise auch 50:50, bei der WM und in Amerkia jedoch 70% Ballett und 30% Präzision. Beim League-Style (Liga-Stil) hingegen werden die Pflichtfiguren in die Präzisionskür eingebaut, und ergeben somit den Hauptteil der Bewertung. |
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Die österreichische Lenkdrachenliga |
In Österreich fand in den 1990er Jahren die Lenkdrachen-Liga statt.
Es handelte sich um eine Folge von Bewerben, die
nach dem Ligastil geflogen wurde. Auf den Balletteil wurde im Sinne der kompakten
Abhaltung und aufgrund der fehlenden Musikanlage verzichtet. Die Lenkdrachenliga wurde in zwei Kategorien geflogen. Für Einsteiger gab es die Experienced Class, für fortgeschrittene Piloten die Master Class. Durch diese Trennung von Einsteigern und Fortgeschrittenen war es auch für Neulinge sehr interessant und motvierend, sich bei diesem Bewerb mit anderen zu messen. Einstiegshürden wie Teilnahmeverpflichtungen, Voranmeldung, Nenngeld oder ähnliches gab es keine, wirklich jeder, der einen Drachen beherrschte, konnte spontan teilnehmen. Aufgrund des Interesses wurde auch eine Klasse für Vierleiner installiert. |
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